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Keltische Elfe bezaubert Hafenstraßen-Publikum

Von Claudia Parton

Die Folk-Musikerin Cécile Corbel zog mehr als 200 ungewöhnliche
Besucher in das soziokulturelle Zentrum.

Lange rotbraune Locken, ein zartes Gesicht, und eine glockenhelle Stimme: Da hatte sich die Hafenstraße zur dritten Ausgabe der Konzertreihe „Das singende, klingende Räumchen“ eine echte Elfe eingeladen. Cécile Corbel, bretonische Harfenistin und Sängerin, ist Kennern der Folk-Szene längst mehr als nur ein Geheimtipp. Am Sonnabend trat sie erstmals in Meißen auf. 

 

Ihr Publikum begeisterte sie mit ungewöhnlichen Adaptionen und einer gewaltigen Bandbreite musischen und sprachlichen Könnens. Israelische Volksweisen und anatolische Tänze übersetzte die dreiköpfige Musikgruppe mit Gitarre, Bass und Harfe in klassische Folk-Musik – ohne dabei den traditionellen Charakter der Stücke aufzugeben. Sämtliche Lieder sang Cécile Corbel in den Originalsprachen. Englisch, französisch, hebräisch, kurdisch und natürlich bretonisch. Dazwischen plauderte die Künstlerin zum Entzücken des Publikums mit ihrem Schuldeutsch.

Die zweifellos größte Leistung des Abends aber war die Ausnahmestimme der Sängerin. Über fast zwei Stunden gelang es ihr, sie so gleichmäßig und klar zu halten, dass eine Studioaufnahme wenig unterschiedlich geklungen hätte. Die Stimme Corbels war die Konstante des Abends. Tempo, Lautstärke, Dramatik, Dynamik erzeugten die Musiker überwiegend mit Gitarre, Bass und Harfe.

Das Zusammenspiel der Musiker, die seit Jahren gemeinsam auftreten, klappte perfekt. Nur widerwillig lies das Publikum die Künstler gehen, nachdem diese schon zwei Zugaben gegeben hatte.

Der Hafenstraße ist es mit dem Konzertabend jedenfalls einmal mehr gelungen, ihr zu Unrecht einseitiges Image als Jugendclub mit Heavy-Metal-Bühne zurückzudrängen. Der Konzertsaal des soziokulturellen Zentrums war restlos ausverkauft. Viele der 200 Gäste dürften das Blaue Haus zuvor noch nie betreten haben.