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Dark Night 2017


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Sie haben eine solide musikalische Ausbildung im Rücken?

Gitarre habe ich mir selbst beigebracht. Aber ich hatte sechs Jahre Unterricht in klassischem Gesang. Zum Ende hin durfte ich dann auch moderne Sachsen singen. Als Kind habe ich Flöte gelernt, meine Mutter ist Musiklehrerin, und ich singe an meiner Schule im Mädchenkammerchor. Seit ein paar Jahren schreibe ich Texte, eigentlich eher kleine Gedichte, die zum Vertonen zu kurz sind, also schreib ich dann immer noch mehr dazu. Es geht dabei meistens um Liebe. „So nimmt Liebe ihren Lauf“ heißt ein Song, den ich sehr mag. .

Klingt so, als würden Sie eher die dunkle Seite der Liebe besingen.

Nein, meine Lieder haben sehr offene und helle Texte. Es geht darum, wie das mit Jungs so ist, das wird ja alles gern mal problematisch. Natürlich auch um Beziehungsprobleme, was Leute in meinem Alter halt bewegt. Darüber mache ich Lieder. Das Lied „Planung“ habe ich geschrieben, weil ich manchmal mit meinem besten Kumpel ausgehe, der aber nie weiß, wo man mal hingehen könnte. Am Ende des Lieds kommt raus, dass ich heimlich in ihn verliebt bin.

Sie singen also für einen bestimmten Empfänger?

Nicht nur, „Utopie“, das bislang beste meiner Lieder, richtet sich an alle, die jung sind und sich fragen, ob man sich trauen soll, seine Träume zu verwirklichen.

Und wovon träumt die junge Marie Luise Jatzke? Mit Musik die Miete verdienen zu können?

Nein, das wäre zuviel gesagt. Ich habe vor, mein Studium durchzuziehen. Mein Traum ist, die Musik so lange wie möglich beizubehalten. Als sehr entspanntes Hobby. Man kann in Liedtexten verschiedene Sachen besser verdeutlichen, man kann sich besser äußern, sowas ist gerade im Umgang mit Jugendlichen sehr wichtig. Mir jedenfalls hat die Musik immer geholfen, davon möchte ich gern ein Stück weiter geben. Musik hat eine sehr große Bedeutung für mich, neben sozialen Dingen.

Das Gespräch führte Christine Keilholz.

Tickets für das Finale am 8. Mai, 19 Uhr in der Hafenstraße, gibt es bei der SZ (Neugasse 41 und Niederauer Straße 43) für zwölf Euro.

 



„Mal schreibe ich einen Schwall Songs am Stück, dann wieder eine Weile nichts.“


Nadine Fingerhut
Echt mutig: Nach neun Semestern Erziehungswissenschaften abzubrechen, um über das Leben allgemein zu singen.
 
Frau Fingerhut, von Ihnen bekommt Meißen am 8. Mai akustischen Folk und Soul aus Hessen zu hören. Was singen Sie für uns?

Ich singe in Meißen fünf oder sechs eigene Songs. Ich schreibe schon seit Jahren selbst Lieder, demnächst produziere ich meine erste Single.

Ihre Songs heißen „Das Blaue vom Himmel“ oder „Wir sind alle ein Teil des Meeres“. Klingt alles ganz entspannt. Wie kommen Ihre Lieder zustande?

Ich bin sozusagen eine Phasenschreiberin, mal schreibe ich einen ganzen Schwall Songs am Stück, dann passiert wieder eine Weile nichts. Meistens schreibe ich, wenn ich mich gut fühle. Eher selten, wenn ich traurig bin. Meine Songs behandeln das Leben allgemein. Ein paar Liebeslieder sind auch dabei. Alle mit deutschen Texten.

Was haben Sie für Einflüsse? Wer sind Ihre musikalischen Vorbilder?

Zum Beispiel der Songwriter Gisbert zu Knyphausen. Er kommt auch aus Hessen. Ich mag seinen Stil.

Wie lange sind Sie schon als Sängerin und Songschreiberin unterwegs?

Ich habe mit 15 meine erste Gitarre geschenkt bekommen. Seitdem hat mich die Musik nicht mehr losgelassen. Ich wollte immer singen und Lieder machen über das Leben, die Liebe und die großen Träume. Einer meiner Songs heißt auch „Lied über das Leben“.

Ist das Leben, über das Sie singen, mehr melancholisch oder mehr leicht?

Naja, ich bin schon eher ein fröhlicher Mensch. Das kommt auch in meiner Musik durch. Zu meinem Leben gehörte bis vor kurzem noch mein Studium der Erziehungswissenschaften. Aber das habe ich jetzt abgebrochen, um mich ganz der Musik widmen zu können. Nach neun Semestern.

Nach neun Semestern? Warum? Woran lag‘s?

Ich hatte das Studium, die Musik und meinen zweijährigen Sohn Noah. Das war auf Dauer zu viel zusammen, also musste eins wegfallen.

Das ist mutig. Alles auf eine Karte zu setzen.

Ich bin eben ein optimistischer Mensch. Aber Musik ist einfach das, was ich machen will. Ich habe mit der Band dieses Jahr schon 20 Auftritte gehabt. Perspektivisch möchte ich aber öfter als Liedermacherin allein auftreten. Es ist einfach zu schwierig, mit einer Band zusammen Auftritte zu koordinieren. Irgendwem kommt immer was dazwischen. Für meine Lieder ist das auch nicht nötig, denn dafür brauche ich nur meine Gitarre und meine Stimme. Meißen wird mein erstes Konzert ohne Band, also eine Premiere für mich.

Gibt es daneben noch andere musikalische Projekte, mit denen Sie sich gegenwärtig beschäftigen?

Ja, mit der Band „Sommerwind“ nehme ich zurzeit ein Album auf, das Ende des Jahres erscheinen soll. Es heißt: „Du bist mein Glück.“ Das ist eine sehr interessante Sache, aber eine völlig andere Musik als meine eigene. „Sommerwind“ ist sehr poppig, ich selbst mag es ruhiger, purer, akustischer. Das entspricht mehr meinem Wesen.

Das Gespräch führte Christine Keilholz.